40 Jahre Maraş-Massaker
Damals - wie heute

Heute vor 40 Jahren ereignete sich das Massaker in #Maraş - einer überwiegend kurdisch-alevitisch bewohnten Stadt im Südosten der Türkei.


Es ist eines der größten Massaker, die der türkische Staat an der kurdischen Bevölkerung ausübte - und von Veränderung, Rechenschaft und Vergeltung bis heute keine Spur !

Die sogenannte "Woche des Todes" ereignete sich vom 19. bis zum 26. Dezember 1978

Rechtsradikale Islamisten der faschistischen Gesinnung Atatürks begannen eine systematische Jagd auf die in Maraş lebende alevitisch-kurdische Bevölkerung. Sie versahen Haustüren mit roten Kreuzen, zerrten Menschen aus ihren Häusern, folterten und töteten sie, griffen alevitische Geschäfte an, bombardierten Häuser sowie Läden.
Frauen wurden vergewaltigt, Kinder und ältere Menschen kaltblütig ermordet. Schwangeren Frauen schnitt man den Bauch auf, zerstach das ungeborene Kind und schleuderte ihre toten Körper auf die Straßen. Mehr als 100 Menschen wurden auf kaltblütigste und bestialischste Weise getötet. Mehrere Hunderte wurden verletzt und verschleppt.

Bis heute zog man keinen der Täter zur Rechenschaft. Sie sind heute hochangesehene und geehrte Parlamentarier, Polizisten oder Beamte.
Als Begründung für die Übergriffe gab die Regierung damals einen "Konflikt zwischen Linken und Rechten" an. Von dem geschürten Hass, einer in Faschismus erstickenden Gesellschaft und einem systematischen Massaker keine Rede.

Zum Hintergrund:
Alevit*innen bilden eine religiös-kulturelle Minderheit in der Türkei und gelten in der Türkei aufgrund ihrer Zugehörigkeit als verfolgt und bedroht. Da die Existenz der Alevit*innen bis heute verleugnet wird, erkennt der Staat weder alevitische Vereinshäuser noch Gelehrte an.
Seit dem Militärputsch von 1980 werden insbesondere in alevitischen Dörfern Moscheen gebaut und sunnitische Vorbeter dorthin entsandt, um eine Zwangsislamisierung der Alevit*innen vorzunehmen, der sich viele nicht beugten. Das Massaker von Maras kennzeichnet einen von vielen Mordzügen, die der türkische Staat an der alevitischen Bevölkerung beging.

Zum Verlauf:
Binnen weniger Tage brauten sich in Moscheen sowie türkischen Gemeinden in Maraş kollektive Hassmotive zusammen.
Es wurden Lügen über die alevitische Bevölkerung verbreitet, um innerhalb kürzester Zeit in unterschiedlichsten Einrichtungen Hass zu schüren.

" Heute ist der Tag des Dschihad, wer einen Aleviten umbringt, kommt ins Paradies“

" Bringen wir Aleviten um, säubern wir unsere Heimat von ihnen“

" Töten wir diejenigen, die versuchen, unser Land zu spalten!"

"Unser Führer Türkeş ist unter uns, wo ist eurer?“

Die ersten Anschläge ereigneten sich innerhalb von Stunden. Von Viertel zu Viertel verbreiteten sich die Angriffe, die schnell zu einem Pogrom mutierten. In der Nacht des 22. Dezembers 1978 erreichten die Unruhen dann ihren Höhepunkt.
Die Stadt glich einer Kriegsregion. Trotz der Unruhen und Warnungen ergriff der damalige Bürgermeister keine Sicherheitsmaßnahmen - man ließ gewollt ein Massaker zu.
Am Ende waren nach offiziellen Angaben über 100 Menschen ermordet worden. 552 Häuser und 289 Arbeitsstätten waren geplündert und zerstört worden.

Bis heute keine Veränderung:
Mit dem Ziel, das Land ethnisch und religiös gleichzuschalten, betreibt der türkische Staat seit Jahrzehnten eine blutige Assimilations-, Vernichtungs- und Einschüchterungspolitik und vertraut dabei auf europäische Unterstützung.

In Maraş starb die Menschlichkeit und endgültig die Hoffnung auf Frieden in der Türkei.

Nichts ist vergeben, nichts ist vergessen.
In Gedenken an die Opfer des Maraş-Massakers

#MaraşKatliamı
#Maraş78

 

 

JXK - Studierende Frauen aus Kurdistan

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