10.10.2015 - Das Massaker von Ankara

Nichts ist vergeben, nichts ist vergessen...

In ewigem Gedenken an unsere Genossinnen und Genossen des Ankara-Massakers.

 

 

Während einer Friedensdemonstration am 10.10.2015 im Zentrum von Ankara erschütterten zwei nacheinander erfolgende Explosionen den Bahnhof der Hauptstadt.

Die Explosionen ereigneten sich, als sich tausende linke und kurdische Genoss*innen versammelt hatten, um für ein Ende des Konflikts zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen Freiheitsbewegung zu werben.

Die Teilnehmer*innen tanzten, sangen Lieder und riefen Friedensparolen.
Hauptorganisatoren waren die pro-kurdische Partei #HDP (Demokratische Partei der Völker) und die Gewerkschaft #KESK (Konföderation der im öffentlichen Dienst beschäftigten Arbeiter), welche im Rahmen ihrer Veranstaltung Friedensbotschaften verkünden wollten.

Gegen 10 Uhr Morgen die erste Explosion, Sekunden später die Nächste. Das Zentrum Ankaras war innerhalb von Sekunden in ein Massengrab verwandelt worden.

Bei dem staatlich gesteuerten Bombenanschlag starben über 100 Menschen und mehr als 500 wurden verletzt.
Aus einer Friedensdemo wurde ein Massaker, welches über hunderten Menschen das Leben nahm und zusätzlichen Hunderten die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft für immer verdunkelte.

Bis heute kämpfen Verletzte und Traumatisierte mit den Folgeschäden des Anschlages. Viele Menschen, die durch den Anschlag Familienmitglieder, Freunde und andere Angehörige verloren, befinden sich bis heute noch in Behandlung.

Bei dem Ankara-Massaker handelt es sich um den bisher schwersten Terroranschlag in der jungen Geschichte der Türkei, jedoch gleichzeitig auch um den, den die türkische Regierung gern und bewusst vergessen lässt.

Mit altbekannten Mitteln wurde auch diesmal unter dem "IS"-Deckmantel behauptet, die türkische Regierung wäre nicht an dem Anschlag beteiligt gewesen. Doch die Mörder sind und bleiben dieselben !
Es sind dieselben, die in Dersim 70.000 Kurd*innen massakrierten, im Madimak-Hotel in Sivas 35 Alevit*innen verbrannten, in Maras über 100 Kurd*innen in Folge einer Hetzjagd ermordeten, in Roboski 34 Kurd*innen töten ließen, in Suruç 33 junge Menschen in die Luft sprengten. Es sind dieselben, die gemeinsam mit dem IS in Kobane, Sengal, Raqqa und Afrin einmarschierten und die kurdische Bevölkerung einem Genozid und Feminizid unterzogen. Es sind Dieselben und die Kette ist unendlich lang !

Die Jagd der türkischen Regierung auf die kurdische Bevölkerung ist ein endlos blutiges Kapitel der Menschheit:
Während in aller Öffentlichkeit Menschen durch Bombenanschläge ermordet werden, während Menschen enthauptet, gefoltert, Frauen und Kinder vergewaltigt werden, tausende unschuldig in Gefängnissen sitzen und eine systematische Verfolgung und Tötung der kurdischen Bevölkerung und anderer Minderheiten vorgenommen wird, schaut der Rest der Welt schweigend zu. Eine scheinheilige Welle der Fassungslosigkeit schlägt für wenige Stunden durch die Medien - am darauffolgenden Tag preist man Erdogan in euphorischer Begleitung faschistischer und islamistischer Parolen für seine hasserfüllten Hetzreden.

Die Türkei lebt bis heute einen Generationen-Faschismus:
Es herrscht eine barbarische Vernichtungspolitik gegen ethnische, religiöse, politische und sexuelle Minderheiten, die von allen NATO-Partnern getragen und unterstützt wird.
Der nationale Vernichtungsgedanke Atatürks und der Traum von einem zweiten Osmanischen Reich unter der islamistischen Führung Erdogans, sind heute Bestandteil des alltäglichen Lebens in der Türkei und nicht nur politische Grundlage, sondern eine tief in der Gesellschaft verwurzelte Hassideologie.

Das, was ihr in Ankara angerichtet habt, schlägt Wellen der Entschlossenheit von Bakur, Rojava, Basur, Rojhelat - bis hierher.
Das Leid, was Millionen Menschen in der Türkei erfuhren, das Leid, welches Familien bis heute tragen: Dieses Leid trägt dieser Widerstand !

Der Kampf geht weiter:

In tiefster Trauer - in tiefstem Versprechen, euer Weg ist unser Weg 

10.10.2015, Ankara

 

 

 

 

JXK – Studierende Frauen aus Kurdistan

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